Die Rückkehr der großen Fünf

Veranstaltung
Einer der großen Fünf: Der Wisent (Foto: T. Berg)
Nationalparkstiftung Unteres Odertal

Datum: 03.10.2020, Ganztägig

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Beschreibung

Deutschland ist ein Einwanderungsland, auch für Pflanzen und Tiere, gebeten und ungebeten. Über die Oder-Neiße-Grenze im Osten wandern schon seit einigen Jahren verstärkt große Säugetiere ein, die in Deutschland im Altertum, östlich der Elbe, auch noch im Mittelalter zu Hause waren. Sie wurden jedoch gejagt, verdrängt und schließlich ausgerottet.

Das benachbarte Polen ist ein klassisches Naturschutzland. Hier wurden die letzten Bestände von Wisent und Wolf, von Bär und Luchs, auch vom Elch erhalten und gepflegt und in den letzten Jahren auch durchaus vermehrt. Doch wird der Druck aus den landwirtschaftlichen Gebieten auf die auch in Polen schrumpfenden Naturräume immer größer. Viele Tiere, gerade junge Männchen, wandern häufig nach Westen aus. Die Oder-Neiße-Grenze ist für sie kein Hindernis, bis auf die Katzen sind alle Einwanderer gute Schwimmer. Der Luchs wird also, wenn überhaupt, als Letzter der Genannten nach Deutschland kommen. Ihm fällt es leichter, über die Grenzgebirge aus Tschechien nach Sachsen und Bayern zu gelangen. Früher oder später werden sie aber alle kommen und bei uns heimisch werden, so sie nicht abgeschossen oder tot gefahren werden.

Anders als die Menschen in Rumänien oder Bosnien haben die Deutschen das Zusammenleben mit wirklichem Großwild allerdings verlernt. Die Bereitschaft, zurückzustecken, Platz zu gewähren, Nachteile in Kauf zu nehmen, ist hierzulande eher gering ausgeprägt. Mit einem speziellen Wildtiermanagement versuchen die Behörden das Zusammenleben der großen tierischen Einwanderer und der Menschen vor Ort zu erleichtern, in großen Städten ist die Sympathie dafür groß, im ländlichen Raum eher gering. Da ist noch viel Überzeugungsarbeit und vor allem im Schadensfall eine bessere finanzielle Entschädigung erforderlich. Die eintägige Veranstaltung richtet sich nicht nur an Naturschützer und Wissenschaftler, sondern auch an Förster und Jäger, Landwirte und Behördenmitarbeiter, an interessierte Bürger, die neugierig auf Großwild sind.

Veranstaltungsort

Brandenburgische Akademie Schloss Criewen
Schloss Criewen, Park 3
16306 Schwedt/Oder

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