ZNS – Hannelore Kohl Stiftung — Ein Interview

Interview

Interviewpartner: Helga Lüngen, Geschäftsführerin

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Wir beraten, begleiten und schulen schädelhirnverletzte Menschen und ihre Angehörigen. Ergänzend finanzieren wir Hilfeprojekte in Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen, fördern medizinische Forschung und widmen uns der Prävention von Kopfverletzungen.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

In den 1970er Jahren erkannte Hannelore Kohl als Schirmherrin der Neurologischen Klinik Vallendar, dass die Folgen von Hirnverletzungen ein Tabu-Thema in der Gesellschaft waren, zeitgleich aber dringender Handlungsbedarf bei der Behandlung und Betreuung der Verletzten bestand.
Als Ehefrau des damaligen Bundeskanzlers gründete sie deshalb 1983 in Bonn das KURATORIUM ZNS, 1993 die Hannelore-Kohl-Stiftung zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Seit Juli 2005 treten beide Organisationen gemeinsam unter dem Namen ZNS – Hannelore Kohl Stiftung auf.
Hannelore Kohl sorgte mit ihrer Tatkraft und ihrem Fachwissen dafür, dass schädelhirnverletzte Menschen in der Öffentlichkeit eine Stimme bekamen und flächendeckend Früh-Rehabilitationseinrichtungen für schwerstbetroffene Unfallopfer geschaffen wurden.

Ohne meine/unsere Stiftung...

wäre die Behandlung, Rehabilitation und Inklusion hirnverletzter Unfallopfer nicht auf dem heutigen Stand; hätten pflegende und betreuende Angehörige keine kompetenten Ansprechpartner für ihre sehr spezifischen Fragen; sähen wir nicht so viele Fahrradhelme im Straßenverkehr und andere Helme bei unfallträchtigen Sportarten.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

die finanziellen Mittel, um die Hilfeangebote für Menschen mit erworbenem Hirnschaden und ihre Angehörigen ausbauen zu können. Und die Prävention von Kopfverletzungen zu einem immer größer werdenden, gesamtgesellschaftlichen Thema zu machen.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

menschlicher, nachhaltiger und innovativer.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Es gibt nicht das eine Erlebnis, es gibt aber etwas, was mich immer wieder bewegt und motiviert: Miterleben zu dürfen, dass auch nach Jahren bei den Betroffenen noch Fortschritte zu erreichen sind. Es gleicht für mich manchmal einem Wunder, was empathische, auf die Bedürfnisse der hirnverletzten Menschen abgestimmte Hilfeangebote in deren „zweitem“ Leben bewirken können.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

2018 feiern wir das 35-jährige Gründungsjubiläum der Stiftung. Wir sind dabei, unsere Schulungs- und Beratungsangebote auszuweiten, im Rahmen der Initiative „Schütz Deinen Kopf! Gehirnerschütterungen im Sport“ moderne Unterrichtsmaterialien für Kinder und Jugendliche bereitzustellen, vergeben Stipendien und gestalten ein Wissenschaftlichen Symposium.