Waisenhaus Stiftung d. ö. R. — Ein Interview

Interviewpartner: Anna Dourouka, Leiterin der Abteilung Waisenpflege und stellvertretende Direktorin

Themenfelder der Stiftung: Bildung, Gesellschaft

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Die Ambulante Förderung unterstützt ca. 900 Schützlinge durch sozialpädagogische Beratung sowie finanzielle Beihilfen und finanziert bildungspädagogische Angebote, das Patenschaftsprogramm unterstützt bei der gesellschaftlichen Integration und bei der Schaffung von Chancengleichheit. Die Therapeutische Fachstelle hält psychosoziale und therapeutische Angebote bereit. Die Stiftung ist Träger von zwei Kinder- und Jugendheimen, einer Therapeutischen Wohngemeinschaft sowie einem Mutter-Kind-Haus.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Auf Betreiben des Pfarrers Philipp Jacob Spener eröffnete der Rat der Stadt Frankfurt mit finanzieller Hilfe der Frankfurter Bürger das Armen- Waisen- und Arbeitshaus am Klapperfeld, zuerst, um zur Herbstmesse 1679 dem „schändlichen Gassenbettel“ Einhalt zu gebieten. 1807 erließ Großherzog Carl Theodor von Dalberg die erste allgemeine Stiftungsordnung, wodurch schließlich das dem noch heute geltenden Zweck entsprechende Waisenhaus entstand.

Ohne meine/unsere Stiftung...

hätten benachteiligte Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus Frankfurt am Main weniger Chancen, eine ihnen angemessene schulische und berufliche Ausbildung zu erhalten.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

dass die Arbeit weiterhin so erfolgreich weitergeführt werden kann und in Frankfurt am Main noch bekannter wird, um so noch mehr Kindern Hilfe und Unterstützung in Ihrer Entwicklung geben zu können.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

gerechter und schaffen Benachteiligten bessere Chancen. Stiftungen vertreten ihre eigenen Interessen, sind meinungsbildend und machen sehr erfolgreiche Lobbyarbeit.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Die Arbeit als Leiterin des Stiftungszwecks und stellvertretende Direktorin der Stiftung beinhaltet eine hohe Verantwortung, die mir täglich bewusst ist. Das ist zugleich Ansporn, aus den zur Verfügung stehenden Mitteln Kindern und Jugendlichen in Frankfurt Chancen zu eröffnen. Wir haben in der Stiftung einen sehr hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund; uns ist bewusst, dass wir hier täglich praktische und nachhaltige Integrationsarbeit leisten. Dies kommt uns allen zu Gute.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2018 vorgenommen?

Wir möchten unser derzeitiges Angebot erhalten; insbesondere denken wir darüber nach, die Anzahl der Schützlinge von derzeit 900 noch weiter zu erhöhen und die Angebote zu erweitern. Insbesondere möchten wir das Patenschaftsprogramm ausbauen und suchen hierfür weitere ehrenamtlich tätige Paten.