Tom Wahlig Stiftung — Ein Interview

Seit 20 Jahren aktiv in der HSP-Forschung: Die Tom Wahlig Stiftung

Interviewpartner: Susanne Wahlig, Stiftungsmanagerin

Themenfelder der Stiftung: Gesundheit und Sport, Wissenschaft und Forschung

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Die Tom Wahlig Stiftung (TWS) fördert die Erforschung der Seltenen Erkrankung HSP (Hereditäre Spastische Paraplegie). Bei dieser genetisch bedingten Krankheit verschlechtert sich im Laufe des Lebens das Gehen, so dass die Betroffenen (in Deutschland ca. 3.000) meist auf den Rollstuhl angewiesen sind. Die TWS bringt bei ihrem jährlichen Symposium Forscher aus der ganzen Welt zusammen und vergibt regelmäßig Fördergelder und hochdotierte Stipendien.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Die Stiftung wurde 1998 vom Münsteraner Unternehmer Dr. Tom Wahlig gegründet, nachdem sich bei seinem Sohn und seiner Frau Symptome von HSP zeigten. Um die HSP aus ihrem Schattendasein zu holen und Betroffenen Fehldiagnosen zu ersparen, betreibt die Stiftung rege Öffentlichkeitsarbeit und vernetzt erfolgreich Wissenschaftler und behandelnde Ärzte.

Ohne meine/unsere Stiftung...

wäre die weltweite Forschungslandschaft zur HSP weiter eine weite Wüste.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

dass mit Hilfe unserer Forschungsförderung reelle Therapieansätze und Heilungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

sensibel und offen für die unterschiedlichsten Belange aller Menschen.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Wir veranstalten diverse öffentliche Events, um viel Aufmerksamkeit zu generieren und Menschen mit und ohne HSP zusammenzubringen. Wenn dabei Menschen im Rollstuhl über den Tanzboden fegen, bei einem inklusiven Kletterworkshop trotz unsicherem Gang in zehn Metern Höhe zwischen Bäumen balancieren oder es wagen, 800km zu pilgern, zeigt uns das immer wieder, dass es trotz der körperlichen Einschränkung möglich ist, über sich selbst hinauszuwachsen.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Wir freuen uns, mit guten Bekannten und neuen Gesichtern aus Wissenschaft und Forschung neue Projekte zu erarbeiten, um die HSP noch besser zu verstehen. Mit bunten Aktionen möchten wir weiter viele Menschen erreichen und sie für HSP und unsere Stiftungsarbeit sensibilisieren. Wir sind gespannt auf Begegnungen mit HSP-Betroffenen, die uns durch ihre Aktivität und ihren Lebensmut unterstützen und gemeinsam mit uns tolle Spendenaktionen entwickeln möchten.