Stiftung THW (Technisches Hilfswerk) — Ein Interview

Interview

Interviewpartner: Dr. Cornelia Lawrenz, Geschäftsführerin

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Im Zentrum unserer Arbeit steht die Unterstützung der rund 80.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks. Die Stiftung fördert technische Hilfe weltweit, spezielle Ausbildungen sowie Forschungsvorhaben zu innovativen Themen des Zivil- und Katastrophenschutzes. Besonders engagieren wir uns für die THW-Jugendarbeit, Maßnahmen zur Förderung des Frauenanteils sowie Projekte mit Modellcharakter zur Bewältigung von Katastrophen, wie z.B. Hochwasser.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Die Stiftung wurde 2004 gegründet, nachdem das Elbe-Donau-Hochwasser 2002 mit verheerenden Folgen weite Teile Deutschlands überflutet, Ortschaften zerstört und Lebensgrundlagen vernichtet hatte. Deutschland verzeichnete damals eine bislang unbekannte Spendenbereitschaft. Auch das THW nahm viele Spenden entgegen, mit denen nachhaltig umgegangen werden sollte. Dazu wurde die Gründung einer Stiftung notwendig, die das Geld verwaltet und gerecht verteilt.

Ohne meine/unsere Stiftung...

… könnte die weltweit einzigartige Institution der THW-Familie mit ihren 80.000 freiwilligen Männern, Frauen, Mädchen und Jungen, weniger schnell, effektiv und zielgerichtet üben, arbeiten und einsatzbereit bleiben.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

viele Menschen, die dauerhaft die vielen Stunden der Aus- und Weiterbildung für den richtigen Umgang mit Situationen nach Naturkatastrophen und größeren, von Menschen gemachten Unglücksfällen unterstützen.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

unabhängiger, flexibler, stärker und tragen dazu bei, dass zielgerichtete und schnelle Unterstützung selbstverständlich werden.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Ich bin erst seit kurzem Geschäftsführerin der Stiftung und täglich überwältigt vom unbeirrten Engagement der ehrenamtlichen THWler_innen. Die Jugendlichen, die mit leuchtenden Augen von den freiwilligen Stunden im Ortsverband berichten, die Einsatzkräfte, die sich mit hoher Professionalität auf das Helfen von Menschen in Not vorbereiten und die älteren Frauen und Männer, die ihren Lebensabend in den Dienst einer großartigen Gemeinschaft stellen - … das muss man mit eigenen Augen gesehen haben!

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Menschen die Helfen als Hobby haben und sich in einem beispiellosen Gefüge von ganz jung bis ganz alt auf technisch-humanitäre Hilfe spezialisieren, brauchen die Aufmerksamkeit der gesamten Gesellschaft! Mit seinen annähernd 99% ehrenamtlichen Helfern ist das THW die einzige, fast ausschließlich ehrenamtlich getragene GO (Governmental Organization) der Welt. Diese Einzigartigkeit zu fördern – dafür setzt sich die Stiftung auch 2018 unermüdlich ein!