Stiftung Leben pur — Ein Interview

Kommunikation, Teilhabe und Inklusion – Themen der Stiftung Leben pur

Interviewpartner: Beate Bettenhausen, Vorstandsvorsitzende

Themenfelder der Stiftung: Gesellschaft und Soziales

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Mehr Lebensqualität für Menschen mit Komplexer Behinderung und praxisorientierte Lösungen für ihre Alltagsprobleme sind das Anliegen der Stiftung Leben pur und ihres bundesweit tätigen Wissenschafts- und Kompetenzzentrums. Wir veranstalten interdisziplinäre Fachtagungen, bringen Wissenschaft, Praxis und Erfahrungswissen zusammen und machen Erkenntnisse zugänglich. Außerdem setzen wir uns für die Errichtung von "Toiletten für alle" ein - barrierefreien öffentlichen WCs mit Pflegeliege und Lifter.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Die Anliegen von Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen werden allzu oft übersehen, gerade in der aktuellen Diskussion über Inklusion. Deshalb macht sich die Stiftung Leben pur seit 2005 mit ihnen gemeinsam stark für mehr Teilhabe, für bessere Lösungen zur Erleichterung ihres Alltags und für den Wissensaustausch zwischen den Fachdisziplinen wie auch zwischen professionellen Helfern, Betroffenen und Eltern. 

Ohne meine/unsere Stiftung...

...gäbe es in Deutschland keine "Toiletten für alle" mit Pflegeliege und Patientenlifter und damit weniger Möglichkeiten für Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung, am öffentlichen Leben teilzunehmen.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

...dass Menschen mit Komplexer Behinderung dank unserer Arbeit konkrete Verbesserungen in ihrem Alltag erleben.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

...inklusiver, klüger und offener.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Bei unseren interdisziplinären Fachtagungen sind stets auch Menschen mit schwerer Mehrfachbehinderung oder ihre Eltern als Referenten dabei und berichten zum Thema der Tagung aus ihrem Leben von ihren Erfahrungen. Ihre Expertise gepaart mit Stärke, Lebensenergie und Freude ist für mich jedes Mal beeindruckend. Zutiefst berührt haben mich die Vorträge von Eltern über das Lebensende ihres Kindes zum Tagungsthema "Sterben, Tod und Trauer" 

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

2019 dreht sich unser Jahresthema um "Spiel und Spielen" und dazu stellen wir ein attraktives Programm für die Leben pur Tagungen in München und Hamburg zusammen. Außerdem wollen wir unser neues Wissenschaftsprojekt weiter voranbringen und die ersten Handlungsempfehlungen zu Schwerpunktthemen vorstellen. Und natürlich arbeiten wir weiter daran, viele neue Standorte für "Toiletten für alle" zu gewinnen. Damit Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen überall dabei sein können!