START-Stiftung gGmbH — Ein Interview

Interview
START-Stipendiat*innen vor dem Brandenburger Tor während der START-Konferenz #DemokratieStärken

Interviewpartner: Michael Okrob, Geschäftsführer

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Die START-Stiftung setzt sich für eine offene und inklusive Gesellschaft ein. START gewinnt, befähigt und prägt herausragende junge Menschen mit Migrationserfahrung. Im Rahmen eines dreijährigen Förderprogramms bieten wir unseren Stipendiat*innen lebensbereichernde Erfahrungen. Wir vermitteln Werte und Kompetenzen zur aktiven Mitgestaltung unserer Gesellschaft und Demokratie. Die Jugendlichen erleben, wie sie wirksam Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen übernehmen können.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

START wurde 2002 ins Leben gerufen, um herausragende Jugendliche mit Migrationshintergrund auf dem Weg zum Abitur zu unterstützen. Heute ist START viel mehr: Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, junge Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu fördern und sie zur gesellschaftlichen Verantwortungsübernahme zu ermutigen. Wir sind der festen Überzeugung, dass die Fähigkeit zum kulturellen Perspektivwechsel einen immensen Wert birgt, um unsere Gesellschaft effektiv mitzugestalten.

Ohne meine/unsere Stiftung...

würden die Potenziale vieler junger Menschen für ihre eigenen Entwicklung und zum Wohle unserer Gesellschaft nicht ausgeschöpft.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

dass wir viele Menschen unmittelbar und mittelbar dazu begeistern, Führung und Verantwortung für gesellschaftliche Herausforderungen zu übernehmen.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

im besten Sinne streitbar, denn sie zeigen Alternativen zum Status quo auf.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Wir arbeiten gerne mit Erlebnispädagogik, um unseren Stipendiat*innen - viele mit eigener Fluchterfahrung - positive Selbstwirksamkeitserfahrungen zu bieten. Im Sommer gingen wir ein Wagnis ein und luden die Jugendlichen ein, sich am Bau von Flößen zu probieren. Das klappte auch sehr gut, nur ein Boot kenterte kurz. Am nächsten Tag suchten mehrere Stipendiatinnen das Gespräch mit mir. Sie erzählten mir aufgeregt: "START hat uns die Angst vor dem Wasser genommen!" Dieser Moment war Wirkung pur.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Unser Ziel ist klar: START soll das führende Civic-Leadership-Programm für junge Menschen mit Migrationserfahrung werden. Um dahin zu kommen, nehmen wir alle Bereiche der Stiftung sukzessive unter die Lupe. Von Programmatik, Curriculum und Begleitforschung über Talent Management, Kommunikation, Fundraising bis hin zu Prozessgestaltung, Controlling und Buchhaltung - wir wollen innerhalb von zwei Jahren zu den wirkungsvollsten Individualförderprogrammen Europas zählen und scheuen dafür keine Mühe.