randstad stiftung — Ein Interview

Interview

Interviewpartner: Hanna Daum, Geschäftsführender Vorstand

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Seit 2005 engagieren wir uns mit bildungs- und berufsbezogenen Projekten für unsere Arbeitskultur. Wir fördern die Interaktion von Wissenschaft und Praxis. Wir setzen uns dafür ein, dass Menschen und Organisationen Veränderungen in der Lern- und Arbeitswelt erkennen, verstehen und nachhaltig in konstruktive Handlungen umsetzen. Wir wollen dazu beitragen, unsere Arbeitskultur menschlicher zu gestalten und Öffentlichkeit wie Gesellschaft für die Zukunft von Bildung und Arbeit zu sensibilisieren.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Das Prinzip der ‚Simultanen Interessenwahrung‘ gehört zum Selbstverständnis von Randstad. Es bedeutet, dass das Unternehmen nicht nur die eigenen wirtschaftlichen Ziele verfolgt, sondern auch die Bedürfnisse aller beteiligten Akteure im Blick hat und gesellschaftlich verantwortlich handelt. Mit der Gründung der selbständigen und gemeinnützigen randstad stiftung im Themenbereich Bildung und Arbeit hat das Stifterunternehmen seiner gesellschaftlichen Verantwortung ein Gesicht gegeben.

Ohne meine/unsere Stiftung...

…ist die Stiftungslandschaft um einen Impulsgeber für Bildung und Arbeit ärmer. Jede Stiftung hat eine ganz individuelle Perspektive auf gesellschaftliche Herausforderungen, Zukunftsfragen und Zielgruppen. Mit ihren Projekten wollen Stiftungen Bewegung und im besten Falle positive Veränderungen herbeiführen. Die randstad stiftung engagiert sich regelmäßig für Gruppierungen, die im gesellschaftlichen Diskurs nicht immer im Fokus stehen. Beispiele sind die Bildung von erwachsenen Analphabeten, bessere Zukunftsperspektiven von Hauptschülern oder die berufliche Integration von Gehörlosen. In einem weiteren Förderprojekt werden wir ab 2019 Prostituierte unterstützen, die einen Einstieg in die reguläre Arbeitswelt suchen.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

...mehr Menschen, die die Angebote und Förderungen der Stiftung nutzen.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

...mit ihrem uneigennützigen und langlebigen Ansatz nachhaltig lebenswerter, widerstandsfähiger, vielfältiger und innovativer.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

2017 förderten wir das Sozialunternehmen PROJEKTFABRIK. Mit einem theaterpädagogischen Ansatz ebnet es u.a. arbeitssuchenden Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund den Weg ins Berufsleben. In 6 Monaten erarbeiteten die Projektteilnehmer eine Inszenierung von Schillers "Die Jungfrau von Orleans". 12 Frauen, 8 Männer, über 8 Herkunftsländer und Sprachen und 5 Religionen – mehr Diversität geht kaum! Der Respekt, der Mut und die Leidenschaft der Gruppe hat mich tief beeindruckt.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Mit unserer jährlichen Stiftungsedition zur „Zukunft der Arbeit“ leisten wir einen Beitrag zur Erforschung der zukünftigen Lern- und Arbeitswelt. In der Vergangenheit haben wir in der Publikationsreihe wissenschaftliche Studien und Essays veröffentlicht. 2019 würde ich gerne andere Formate einbinden. Ein filmischer Beitrag etwa könnte auch andere Zielgruppen ansprechen und insbesondere jungen Menschen einen Impuls zur Zukunft der Arbeit geben.