Prof. Peseschkian Stiftung – Internationale Akademie für Positive und Transkulturelle Psychotherapie — Ein Interview

Interviewpartner: Manije Peseschkian, Vorstand

Themenfelder der Stiftung: Wissenschaft und Forschung

Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Wir sind eine gemeinnützige Stiftung die operativ und fördernd in den vier Bereichen Erziehung, Selbsthilfe, Weiterbildung und transkulturelle Verständigung auf Basis der Positiven und Transkulturellen Psychotherapie tätig ist. Wir führen in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium akkreditierte Fortbildungen für Lehrer durch mit dem Ziel, ein für alle Beteiligten wertschätzendes Schulklima zu schaffen. Auch eine Weiterbildung zum Familien- und Konfliktberater bieten wir an. In Äthiopien führen wir ein Mental Health Projekt durch und bilden Ärzte, Psychologen und Pädagogen durch Basic-und Masterkurse der Positiven Psychotherapie zu Psychotherapeuten aus. Zudem fördern wir in Äthiopien eine Einrichtung für benachteiligte Kinder und Mütter.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Wiesbaden ist die Geburtsstadt der Pos. u. Transkult. Psychotherapie. Hier wurde die Stiftung als Informations- u. Kommunikationszentrum für alle Positiven Psychotherapeuten gegründet. Positive Psychotherapie geht von einem positiven Menschenbild aus: Jeder Mensch, jede Familie, jede Gesellschaft, jede Kultur und die gesamte Menschheit haben das Potential, sich in Richtung Gesundheit, Gerechtigkeit und friedliches Zusammenleben zu entwickeln. Der transkulturelle Ansatz ist eine praktische Anwendung der PPT und des positiven Menschenbildes.

Ohne meine/unsere Stiftung...

gäbe es noch keine ausgebildeten Psychotherapeuten in Äthiopien, einem Land mit fast 100 Mio. Einwohnern, wo Mental Health noch in den Kinderschuhen steckt.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

die Projekte nachhaltig fortführen zu können und weiterhin im Dienste des Menschen tätig sein zu können.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

sozialer, lebendiger, (wissenschaftlich) innovativer, lebenswerter.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Bewegende Situationen, die wir im Rahmen unserer Projekte erleben, bestätigen uns darin, unser Engagement fortzuführen. 1.) Wir sind bewegt, wenn sich die Absolventen unserer Fortbildungen bereichert fühlen und wir damit unseren Satzungszielen bezüglich Weiterbildung, eines ganzheitlichen Gesundheitswesens und der Selbsthilfe im Sinne eines ressourcenorientierten Vorgehens näher kommen. 2.) Bewegend war die Begeisterung der ersten Masterkursabsolventen in Äthiopien bei der Zertifikatsfeier sowie die Freude einiger äthiopischen Kollegen über die Möglichkeit der Teilnahme an internationalen PPT- Konferenzen, die von der Stiftung ermöglicht wurde. Damit haben wir unsere Ziele der sozialen Gerechtigkeit und Gleichberechtigung, des Abbaus von Vorurteilen und unseren "Bildungsauftrag" teilweise erfüllt. 3.) Begeistert hat uns die Auszeichnung als Stiftung des Monats durch die Hessische Landesregierung (10/2016). 4.) Die Aufnahme von Prof. Nossrat Peseschkian in die 1. Auflage des Wiesbadener

Ausblick: Was haben Sie sich für 2018 vorgenommen?

In 2018 feiern die Stiftung u. die internationalen Zentren der Positiven Psychotherapie 50 Jahre seit der ersten Entwicklungsphase der Methode, die heute auch durch die insgesamt 31 Buchtitel, die in bis zu 28 Sprachen übersetzt wurden, weltweit zur Anwendung kommt. Wir planen weitere (Lehrer)Fortbildungen, die Registrierung eines Zentrums der PPT in Äthiopien. Und wir hoffen, dass sich die Unterstützer unserer Stiftungsarbeit, insbesondere das Kuratorium, denen wir äußerst dankbar sind, weiter