Koepjohann`sche Stiftung — Ein Interview

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Interviewpartner: Janka Haverbeck, ehrenamtliches Vorstandsmitglied

Themenfelder der Stiftung: Bildung, Gesellschaft und Soziales

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Die Koepjohann`sche Stiftung fördert Frauen, Kinder,Jugendliche und Seniorinnen. Zu diesem Zweck betreibt sie vier eigene Einrichtungen in ihrem Satzungsgebiet in Berlin Mitte: Frauentreffpunkt Sophie, Kieztreff Koepjohann, Besuchtsdienst für Seniorinnen und das Eltern-Kind-Kooperationsprojekt im Rahmen der frühen Hilfen: Känguru hilft und begleitet. Zudem fördert sie vier weitere Projekte langfristig, die sich inbesondere mit dem Themen Wohnungslosigkeit und Integration befassen.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Die Koepjohann`sche Stiftung ist eine der ältesten mildtätigen Stiftungen Berlins. Sie wurde Ende des 18. Jahrhunderts von dem Schiffbaumeister Johann Friedrich Koepjohann - wenige Tage vor seinem Tod - errichtet, um arme Witwen und Waisen aus der Verwandtschaft wie auch Bürgerwitwen aus der evangelischen Sophiengemeinde in der Spandauer Vorstadt zu unterstützen. Die Verantwortung für das Armen-Institut legte er gleichermaßen und kirchliche und weltliche Hände.

Ohne meine/unsere Stiftung...

gäbe es für viele in Not geratene Frauen und ihre Kinder weniger gesellschaftliche Teilhabe.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

dass es uns auch zukünftig gut gelingt, der härtesten Form gesellschaftlicher Ausgrenzung, nämlich der Wohnungslosigkeit, entgegenzutreten.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

reicher. Ihre Unabhängkeit erlaubt es ihnen, neue Experimentierräume mit hohem Zukunftspotenzial entstehen zu lassen.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Mein erstmaliges Betreten eines 1870 gebauten denkmalgeschützten Gebäudes in einer der begehrtesten Wohnlagen in Berlin-Mitte, dass derzeit zum Wohn- und Beratungshaus für Frauen in Not umgebaut wird, hat mich sehr bewegt. In direkter Nachbarschaft zu luxussanierten Wohnungen und Neubauten entstehen 28 zusätzliche Wohnplätze, eine Notwohnung sowie einen Frauentreffpunkt.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Wir setzen uns für wohnungslose Frauen und ihre Kinder ein. Wohnungs- und Obdachlosigkeit ist die schärftste Form gesellschaftlicher Ausgrenzung. Wir möchten die Wahrnehmung der Gesellschaft für wohnungslose Frauen und ihre Kinder schärfen, denn Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit sind Ergebnis politischer Fehlentscheidungen. Aus unserer Praxis heraus wollen wir Impulse in Gesellschaft und Politik geben und durch unsere Einrichtungen und Projekte auf eine Verbesserung der Notlagen hinwirken.