Helga Breuninger Stiftung — Ein Interview

Interviewpartner: Helga Breuninger, Geschäftsführender Vorstand

Themenfelder der Stiftung: Bildung, Gesellschaft

Teilen

Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Beziehungslernen für Lehrkräfte und Eltern sowie Placemaking mit der Breuninger Stiftung. 

Im Stiftungsverbund intushochdrei haben wir ein virtuelles Lernatelier zum Erwerb einer ressourcen- und lösungsorientierten Haltung entwickelt. Das führt zur Entlastung der Lehrpersonen und gleichzeitig zu mehr Lernerfolg . Im online-coaching und anhand von Videosequenzen typischer Situationen im Schulalltag werden Resonanz, Intuition und Empathie, Feedback und kooperative Lerndesigns erlebt und geübt.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

1980 habe ich als Doktorandin die Stiftung gegründet um die Erkenntnisse meiner Forschungsarbeit in die Praxis der Lehrerausbildung zu bringen, damit kein Kind zurück bleibt. Lernstörungen sind Beziehungsstörungen und erfordern beziehungskompetente Lehrkräfte. Sie können lernen, im Unterricht eine angstfreie Atmosphäre zu schaffen und mit Lerndesigns zu arbeiten, die allen Schülern ermöglichen,  ihre individuellen Potenziale zu entfalten.

Ohne meine/unsere Stiftung...

wäre Beziehungslernen und Placemaking keine Themen, es gäbe kein virtuelles Lernatelier und keinen Campus in Paretz.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

mehr Beachtung und vor allem mehr Zusammenarbeit mit den Universitäten und den Lehrerseminaren.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

reicher, menschlicher und gerechter. Philanthropie bedeutet die Liebe zum Menschen.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Die persönliche lerntherapeutische Betreuung von über 700 Schülerinnen und Schülern, die in der Schule gescheitert waren. Ich habe erlebt, wie diese Kinder über Wertschätzung, Zutrauen und meine konsequente Orientierung an ihren Stärken statt an ihren Schwächen sie ermutigt und befähigt hat, eigenverantwortlich zu lernen. Aus der Arbeit mit diesen Kindern entstand die integrative Lerntherapie, für die ich 1989 den Fachverband FiL gegründet und mit meiner Stiftung unterstützt habe.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2018 vorgenommen?

Wir wollen unser virtuelles Lernatelier mit kanadischen Partnern in den englischsprachigen Raum bringen und internationalisieren. 
Placemaking wollen wir als eine wichtige Kompetenz für den Erfolg von Kooperation und Gruppenlernprozessen bekannt machen, eine Placemaking-Akademie in Paretz gründen und mit internationalen Partnern zusammen arbeiten.