Haus der kleinen Forscher — Ein Interview

Interview
Michael Fritz, Vorstand der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, beim Forschen mit Kindern aus Paderborn (Quelle: Jan Braun / Stiftung Haus der kleinen Forscher)

Interviewpartner: Michael Fritz, Vorstand

Teilen

Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich für gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Wir wollen Mädchen und Jungen stark für die Zukunft machen und zu nachhaltigem Handeln befähigen. Deshalb bietet die Stiftung bundesweit ein Bildungsprogramm an, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei unterstützt, Kinder im Kita- und Grundschulalter qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Der PISA-Schock im Jahr 2000 hat viele Menschen wachgerüttelt. Deutschland musste etwas unternehmen, um das Interesse und die Kompetenzen im MINT-Bereich von Anfang an besser zu fördern. Auf Initiative von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wurde 2006 das „Haus der kleinen Forscher“ gegründet. Der Ansatz: Pädagoginnen und Pädagogen dafür qualifizieren, dass sie gemeinsam mit Kindern Natur und Technik entdecken und erforschen können. Das hat sich als Erfolgsmodell erwiesen!

Ohne meine/unsere Stiftung...

… würden viele Erwachsene und Kinder weniger von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik verstehen – und sie hätten nicht so viel Spaß daran. In den vergangenen elf Jahren haben wir ca. 65.000 Fach- und Lehrkräfte an fast 30.000 Grundschulen, Horten und Kindergärten mit insg. 2,3 Millionen Kindern erreicht.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

… weiterhin mit so begeisterungsfähigen Fach- und Lehrkräften und engagierten Partnern in Bund und Ländern zusammenarbeiten zu dürfen.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

… reicher, denn sie haben das Gemeinwohl im Blick.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Kürzlich habe ich eine Willkommensklasse in Charlottenburg besucht, die zum Thema Schwerkraft experimentierte. Die Deutschkenntnisse der Kinder waren sehr begrenzt. Da aber alle Kinder neugierig sind und Naturgesetze auch in Somalia und Afghanistan gelten, gab es sofort eine gemeinsame Basis für die Verständigung. Am Ende hatten alle das Gefühl: Ich kann was! Mich hat begeistert, wie das gemeinsame Forschen auch Spracherwerb und Integration unterstützt.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Wir haben weiterhin viel zu tun, um die Kinder im Land stark für die Zukunft zu machen. Sie sollen zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern heranwachsen, die sich ihre eigene, kritische Meinung bilden können. Dafür ist frühe MINT-Bildung der Schlüssel, denn sie behandelt die Themen der Zeit: vom Klimawandel bis zur Digitalisierung. In diesem Sinne arbeiten wir auch 2018 unermüdlich weiter.