Hans und Ilse Breuer-Stiftung — Ein Interview

Demenzzentrum StattHaus Offenbach der Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Interviewpartner: Katja Dr. Bär, Vorstand

Themenfelder der Stiftung: Gesellschaft und Soziales, Wissenschaft und Forschung

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Frankfurt fördert seit dem Jahr 2000 die wissenschaftliche Grundlagenforschung von Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen. Mit der Eröffnung des eigenen Demenzzentrums StattHaus Offenbach wurde 2015 eine Anlaufstelle für Betroffene und Pflegende geschaffen, die einerseits Beratungs- und Informationszentrum ist und andererseits Räumlichkeiten für neun Menschen mit Demenz bietet, die eine ambulant betreute Wohngemeinschaft bilden.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Ein wichtiger Impuls für die Gründung der Stiftung durch den Unternehmer Hans Breuer waren die leidvollen Erfahrungen, welche die Familie des Stifters selbst mit der Alzheimer-Krankheit machen musste. Deshalb hat die Stiftung es sich zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen entscheidend zu verbessern.

Ohne meine/unsere Stiftung...

…gäbe es eine Stiftung weniger, welche die aktuelle Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung und der Versorgungsforschung miteinander verbindet sowie Alternativen in der häuslichen Pflege aufzeigt und einen hoch dotierten Forschungspreis im Bereich Demenz/Alzheimer weniger.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

…dass wir allen, die zu uns kommen und Rat oder Unterstützung suchen, weiterhelfen können, dass wir dazu beitragen, das persönliche Demenzrisiko vieler Menschen durch Prävention zu senken und Unterstützung von Dritten – egal ob in Form von Geldspenden oder in Form von gespendeter Zeit.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

...…positiver, denn sie erfüllen den Grundsatz des Grundgesetzes, demzufolge "Eigentum verpflichtet" mit Leben. Bürger sein heißt, nicht nur Rechte zu haben, sondern sich zu engagieren. Stiftungen setzen dies aufgrund ihrer Zwecke per se um und sind damit Ausdruck eines zivilgesellschaftlichen Selbstbewusstseins der Bürger.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Die Auszeichnung als "Stiftung des Jahres 2016“ durch die Hessische Staatskanzlei, mit der das ganzheitliches Konzept des StattHauses als Modell mit Vorbildfunktion hervorgehoben und gleichzeitig das Engagement und die Professionalität der Stiftung gewürdigt wurde.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Wir haben uns 3 Dinge vorgenommen: (1) Bei allen zukünftigen Projekten unmittelbar auf die Wirkung zu achten und diese nach Abschluss zu dokumentieren. (2) Inhaltlich möchten wir in der Betroffenenhilfe das Thema Prävention in den Vordergrund stellen. (3) Im Fundraising wollen wir neue Wege gehen und den Mut haben, Menschen um ihre Unterstützung anzufragen.