DFB-Stiftung Sepp Herberger — Ein Interview

Tobias Wrzesinski (Geschäftsführer der DFB-Stiftung Sepp Herberger)

Interviewpartner: Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer

Themenfelder der Stiftung: Bildung, Gesellschaft und Soziales, Gesundheit und Sport

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Wir engagieren uns aktuell operativ in drei Themenbereichen: Behindertenfußball, Resozialisierung sowie für das Zusammenspiel zwischen Schulen und Vereinen. Zudem helfen wir mit dem DFB-Sozialwerk Mitgliedern der Fußballfamilie, die unverschuldet in Not geraten sind.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Am 28. März 1977 wurde mit einem Festakt in Mannheim der 80. Geburtstag Herbergers begangen. Das Geschenk des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) überbrachte der damalige DFB-Präsident Hermann Neuberger: Er gab die Errichtung der DFB-Stiftung Sepp Herberger bekannt. Der DFB erfüllte damit seinem Rekordnationaltrainer einen Lebenstraum. Herberger hatte – getreu seinem Lebensmotto: „Wer oben ist, darf die Menschen unten nicht vergessen" - den Wunsch, seinen Nachlass in „guten Händen" zu wissen.

Ohne meine/unsere Stiftung...

würde die integrative Kraft des Fußballs nicht vollständig genutzt werden. Gerade bei unseren Engagements im Behindertenfußball setzen wir darauf, vor allem Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung spielerisch zusammen zu bringen.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

dass wir uns auch künftig mit und durch den Fußball für Menschen einsetzen können, die nicht immer auf der berühmten Sonnenseite stehen. Unser Stifter stellt uns dabei fortlaufend die notwendigen Finanzmittel zur Verfügung.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

vielfältiger, humaner, lebendiger und ja, auch ein Stückchen besser.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Bewegende Erlebnisse gab und gibt es viele. Ein Beispiel: Vor wenigen Jahren haben wir einen jungen Mann in unsere Dauerförderung aufgenommen, der bei einem Fahrradunfall schwer verletzt wurde und seitdem auf Hilfe angewiesen ist. Zuvor war Jannik ein talentierter Jugendfußballer. Als ich ihn kennenlernte, konnte er kaum sprechen und sich nicht bewegen. Heute ist er wieder etwas mobil und wir können uns unterhalten. Dass wir Jannik und seine Eltern unterstützen können, ist uns eine große Freude.

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Wir werden uns nach Kräften darum bemühen, auch im nächsten Jahr im Rahmen unserer Möglichkeiten zu wirken. Mit der Blindenfußball-Bundesliga werden wir dabei zwei Stadt-Spieltage veranstalten, wir werden mit dem Turnier um den Sepp-Herberger-Pokal einmal mehr das größte Fußballturnier im Jugendstrafvollzug durchführen und natürlich werden wir 65 Jahre nach dem „Wunder von Bern“ an Sepp Herberger und seine Weltmeistermannschaft von 1954 erinnern.