Bergkloster Stiftung SMMP — Ein Interview

Interview
Sr. Maria Thoma in Brasilien

Interviewpartner: Schwester Maria Thoma Dikow, Vorsitzende des Stiftungsvorstands

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Konkret: Was macht Ihre Stiftung?

Wir fördern Projekte der Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel in Bolivien, Brasilien, Rumänien, Mosambik und Deutschland, insbesondere in Nothilfe, Gesundheitsfürsorge und Bildung. Ein Beispiel für Nothilfe ist die Finanzierung von Brennholz für arme Familien im Winter in Rumänien;zudem betreiben wir dort ein Soziales Zentrum mit zahlreichen Hilfsangeboten.Zur Gesundheitsfürsorge zählt das Milch-Projekt in Mosambik. Wir versorgen junge Mütter mit Trockenmilch zur Ernährung ihrer Babys.

Rückblick: Warum wurde die Stiftung gegründet?

Unsere Ordensgemeinschaft hatte immer schon Spender, die unsere Projekte unterstützt haben, sie wurden aber altersbedingt weniger. Fundraisingmaßnahmen schlugen jedoch positiv an. Zudem wurden wir von Förderern häufiger auf Möglichkeiten angesprochen, Projekte dauerhaft zu unterstützen, z. B. über Zustiftungen. Manche wollten das auch unter eigenem Namen etwa mit Gründung eines Fonds oder einer Treuhandstiftung tun. Also lag für die Ordensgemeinschaft die Gründung einer eigenen Stiftung nahe.

Ohne meine/unsere Stiftung...

wäre es nicht möglich gewesen, die Projekte und Einrichtungen der Ordensgemeinschaft im In- und Ausland dauerhaft und nachhaltig zu unterstützen oder weiterzuführen.

Für meine/unsere Stiftung wünsche ich mir...

dass wir trotz demografisch bedingter Abnahme von vor allem jungen Spendern und dem nach wie vor niedrigen Zinsniveau unsere Projekte nachhaltig weiterführen können. Unser Vorteil ist der Vertrauensvorschuss, den wir bei unseren Förderern genießen. Denn wir fördern die Projekte, die unsere Schwestern vor Ort führen. Zwar haben immer weniger Menschen einen Bezug zur Kirche, dennoch überlassen sie ihr Geld gerne einer konkreten kirchlichen Organisation.

Stiftungen machen die Gesellschaft...

reicher an Weitblick und ermöglichen den Bürgern, über den eigenen Tellerrand hinauszusehen, sich einzusetzen, für Werte zu stehen, um bewusst und aktiv etwas zu bewegen, damit Leben gelingt.

Persönliches: Was war Ihr bisher bewegendstes Erlebnis in Ihrer (Arbeit in der) Stiftung?

Wenn ich sehe, wie junge Frauen in ländlichen Regionen in Mosambik durch unsere Bildungsangebote an Selbstbewusstsein und Weite gewinnen, weiß ich dass unsere Arbeit sich lohnt. Wir holen sie heraus aus Analphabetentum, vermitteln ihnen praktische Fähigkeiten, schulische Bildung und ggf. eine Ausbildung und schützen sie so vor der Zwangsverheiratung (meist mit 14 Jahren)

Ausblick: Was haben Sie sich für 2019 vorgenommen?

Wir wollen noch mehr Menschen auf die Unterstützung unserer Projekte durch die Bergkloster Stiftung SMMP ansprechen und sie auf Möglichkeiten wie das Stifterdarlehn oder den Stiftungsfonds aufmerksam machen. Unsere Projektförderung wird mithelfen, weiterhin jungen Leuten möglichst gute Bildung und Werte zu vermitteln als Basis für einen Ausstieg aus der Armut, gemäß einem Leitsatz unserer Ordensgründerin "Armut durch Bildung überwinden".